Bei meinem Umzug zu Hugo hab ich bei diesem Blog darauf verzichtet, die alten Beiträge zu portieren, da meine Einschätzung war, dass keiner davon einen nennenswerten Mehrwert hatte. Auch die von Phips und seiner Pankreatitis, denn ich habe zwischendurch viel vermutet und befürchtet und irgendwie ist das nun nicht mehr so ganz passend. Also erzähl ich mal von Anfang an.

Seit Anfang des Jahres hatte Phips sich vermehrt das Maul geschleckt und hin und wieder einen tiefen Seufzer losgelassen. Das zeichen kannte ich bereits, denn im Sommer 2024 gab es diese Zeichen schonmal. Da hatte meine Tierärztin den Verdacht auf FORL - eine erkrankung der Zähne, welche sehr schmerzhaft ist. Da die Praxis im Nachbardorf über kein Röntgengerät verfügt, mit dem es möglich ist die Zähne im Detail zu röntgen, hat die Ärztin mich an eine Praxis in Winsen verwiesen - die können sowas. Dafür musste Phips narkotisiert werden, dann wurde geröngt und dem Armen ein großteil seiner Zähne entfernt. So weit so schlimm.

Beim letzten Impftermin in meiner Praxis, hatte ich der Ärztin mitgeteilt, dass Phips sich wieder das Maul schleckt, aber es war äußerlich nichts zu erkennen, also wurde mir empfohlen, wenn die Symptome schlimmer werden, soll ich mit Phips nochmal nach Winsen. Für mich war klar, das bedeutet wieder eine längere Autofahrt und der Kater muss in Vollnarkose - das geht nur so - was mich Zögern lies.

Ende Januar / Anfang Februar hatte ich dann den genug gesehen und mir einen Ruck gegeben, einen Termin auszumachen und kurze Zeit darauf konnten wir dann auch schon hin. Die andere Ärztin wollte sich Phips erst mal ansehen und hatte bei den Zähnen nichts festgestellt, auch beim Abtasten vom Zahnfleisch hatte er keine Anzeichen von Schmerzen gemacht. Da war dann plötzlich ein anderer Verdacht im Raum - eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder Pankreatitis.

Es wurde Blut abgenommen und im Hauseigenen Labor direkt untersucht. Nach einer halben Stunde hatte ich schon das Ergebnis - ja, der Verdacht hat sich bestätigt. Es gab eine Fütterungsempfehlung und ein Schmerzmittel namens BUPAQ, was eine art Morphin ist. Das ist nicht nur gegen die Schmerzen gut, sondern lindert auch die Entzündung.

Zwei wochen später, Phips hat durch die besonders fettarme Kost knapp 500g abgenommen und für uns ging es dann zur Nachuntersuchung. Die Blutwerte sind etwas besser geworden aber noch nicht ganz im grünen Bereich. Also gab es noch ein paar weitere Tage was von dem Schmerzmittel. Dann war erst mal Ruhe.

Aber nicht sehr lange, denn Phips hatte wieder diese Syptome gezeigt und es ging ihm wieder sichtlich schlechter. Ich wollte nochmal einen Termin in Winsen machen, aber die hatten mich vertröstet. Keine freien Kapazitäten, ich solle doch in meine Stammpraxis mit ihm. Das war mir mehr als recht und für Phips war es auch viel angenehmer, nicht 25 Minuten, sondern nur 5 Minuten mit dem Auto zu fahren. Ich hatte das zwar schon in Erwägung gezogen, aber hatte bedenken, die Arztpraxis zu wechseln. Nun gut, die hatten mich ja nun dazu gedrängt, also haben die mir alle Unterlagen und Ergebnisse zu Phips gemailt und ich hatte prompt einen Termin in meiner Praxis.

Die Ärztin war aber etwas Ratlos und sie hatte mir einige Sachen Empfohlen, was Phips nun braucht. Besonders etwas nahrhaftes zu Fressen, denn das was er abgenommen hatte, war viel zu viel und irgendwie muss er wieder zu Kräften kommen. Ich hatte viel ausprobiert und es ist ja nicht so, dass er alles frisst. Sei der Hunger noch so groß, er lässt es links liegen, wenn es ihm nicht schmeckt - Katzen halt ^^

Das war dein großes hin und her, schmeckt dir das, verträgst du das. Zwischendurch hatte ich auch solche Abenteuer, dass ihm eine Sorte geschmeckt hat, aber nur das aus der kleinen Dose. Genau das Selbe Futter, aber in einem anderen Gebinde, lies er links liegen. Das hatte für einige Extrafahrten zum Katzenfutterfachgeschäft, gesorgt. Aber für ihn mach ich das gerne!

Auch die Sache mit verträgt er das war abenteuerlich. Es gab Futter, dass hat quasi instant für Durchfall gesorgt. Es gab aber auch Futter, dass hat die Symptome der Krankheit verschlimmert. Da passierte es hin und wieder, dass er aus dem nichts aufgesprungen ist und selbst nicht wusste, wo hin mit sich. Der Arme hatte so schlimme schmerzen.

Ich hab aber irgendwann mal was passendes gefunden, was alle Kriterien erfüllte, aber alles gut war es damit nicht. Es gab diesen einen Freitag Abend, da kam ich nach Hause und hab den Kätzchen wie gewohnt ihr Futter gegeben. Das hat Phips alles wieder ausgekotzt. Mein erster Gedanke war: nun gut vieleicht zu hastig gefressen. Ich hatte es dann mit einer deutlich kleineren Portion versucht, was auch fast instant wieder aus ihm raus kam. Ich war mega besorgt und hatte schon in der Praxis angerufen, es war nur leider schon zu spät.

Am darauf folgenden Samstag, machte Phips eigentlich einen relativ munteren Eindruck, also hatte ich es nochmal versucht ihm was zu fressen zu geben. Leider ohne erfolg. Ich rief nochmal in der Praxis an und die hatten mir gesagt: “wenn sie gleich herkommen, können wir sie heute noch dran nehmen”. Ich hab also den Kater geschickt überrascht und ohne das er es gemerkt hatte, war er schon in der Transportbox ^^. Ich war noch ungeduscht und hatte noch nicht mal Zähne geputzt und schon waren wir in der Praxis.

Die Ärztin und ich waren etwas Ratlos, was noch möglich wäre, da hatte sie einen Vorschlag - eine Therapie mit einem sog. Reserveantibiotika. Also eines welches über einen Zeitraum von 10-14 Tagen den Wirkstoff abgibt. Also rein damit in den Kater und das hatte tatsächlich die Symptome auch gemildert. Phips ging es eigentlich relativ gut. Nur das wir alles 10-14 Tage in die Praxis fahren mussten hatte ihm nicht so gut gefallen.

Das haben wir 5 mal versucht, aber immer nach etwas mehr als einer Woche fingen die Schmerzen und die Übelkeit bei Phips wieder an. Wir haben es dann abgebrchen.

Zwischenzeitlich hatte ich dann auch noch herausgefunden, dass diesen Enzympulver - bestehend aus getrockneter Schweinepankreas würg - mit dafür verantwortlich war, dass Phips sein Futter wieder ausgespuckt hatte. Die Ärtin hatte mir dann eine Alternative auf der Basis von getrockneten (Stein-?) Pilzen besorgt und sie hat mir empfohlen, dass er zwei mal Täglich ein Mittelchen namens Lysimun bekommt. Das ist auch rein Pflanzlich und versorgt Phips mit Aminosäuren, B12 und anderen tollen Sachen. Und obendrauf gab es noch eine Auswahl an bestimmten Futter wo ich auch eines gefunden habe, das er verträgt und ihm auch schmeckt.

Seitdem ist alles irgendwie ok. Nicht geheilt, aber für Phips irgendwie erträglich. Bis letzte Woche. Da hat man bei ihm deutlich gemerkt, dass er immer mal wieder zusammenzuckt vor schmerzen und einmal ist dabei sogar aus dem Kratzbaum gefallen. Ich Saß da zufällig daneben im Sessel und Phips, der volle Kanne auf dem Rücken gelandet ist, kam sofort zu mir. Meine Güte, mir war richtig zum Heulen, so eine traurige nummer.

Am nächsten Tag hab ich nochmal in der Praxis angerufen und die haben mir ohne groß zu fragen was von dem BUPAQ abgefüllt. Die meinten zu mir: “wir kennen ja schon was der Kater und sie durchmachen”.

Das hatte er letzte Woche von Donnerstag bis Sonntag bekommen und in der Zeit war er wie ausgewechselt. Das hatte richtig gut getan ihm mal wieder fröhlich zu erleben. Die ersten Tage in dieser Woche waren noch ganz gut, nur am Donnerstag ist mir dann aufgefallen, dass es wieder etwas schlechter wird. Gestern, am Freitag bin ich dann morgens aufgewacht, weil ich gehört hatte, dass Phips wieder am Kotzen ist -_-

Es ging ihm auch den ganzen Tag nicht gut, war sehr apathisch und wollte nichts fressen, bzw. hatte das was er morgens bekommen hatte auch wieder rausgewürgt. Als ich am Nachmittag dann nach der Arbeit nach Hause kam, ging es ihm immernoch schlecht und ich hab mal wieder in der Praxis angerufen. Ich hatte noch eine eiserene Reserve von dem BUPAQ übrig und die hat er gestern bekommen. Damit war dann erst mal Ruhe und heute vormittag, ging es dann nochmal mit ihm ins Nachbardorf.

Ich hatte alles richtig gemacht und ich war sehr erleichtert, dass sie von ihm kein Blut abzapfen wollte. Das ist immer besonders stressig für ihn. Die Ärtin fing erst mal so an: “wir könnten jetzt Blut abnehmen” und ich darauf: “dann sehen wir, dass der Blutwert erhöht ist”. Da waren wir uns zum Glück einig. Sie hatte auch gemeint, ich bekomme einen Vorrat mit Schmerzmittel mit. Es kann nun halt passieren, dass es in Schüben immer mal wieder Schlimmer wird und dann darf ich ihm etwas davon geben. Wenn mein Vorrat zu neige geht, bekomme ich auch immer Nachschub.

Irgendwie müssen wir jetzt damit Leben, aber immerhin ist das Medikament nicht schädlich für die Nieren oder die Leber. Es lässt ihn nur etwas neben der Spur laufen und da es ein Opiat ist, kann es Abhängig machen. Deshlab ist das nur für den Notfall, aber ich bin sehr froh, dass ich das als Notbremese habe! Und gerade ist Phips mit Sammy am Sonnenbaden und beide sind entspannt.